Zu den ersten Gründern mechanischer Spinnereien in der Region Trautenau gehörte Johann Faltis, der im Jahr 1796 in Vlčkovicích u Žirče geboren wurde. Dieser ließ im Jahre 1835 in England erworbene Maschinen importieren und in Pottendorf in Niederösterreich errichtete er eine Werkstatt zur Herstellung und Konstruktion eigener Maschinen zum Flachsspinnen.
Nach seiner Rückkehr nach Böhmen im Jahr 1836 gründete er in Jungbuch, an der Stelle der ehemaligen Mangel und der Mühle die erste maschinelle Flachsspinnerei in Böhmen, die er bereits mit eigenen gebauten Maschinen ausstattete.
Die Maschinen zur Produktion des Garns wurde mit der Wasserkraft des Flusses Oppa angetrieben. Damit wurde das Jahr 1836 zum bedeutenden Wendepunkt in der Geschichte der heimischen Flachsverarbeitung und Jungbuch wurde zum Ausgangspunkt für die weitere Industrialisierung des östlichen Riesengebirges.
Zu den weiteren Gründern gehörte z. B. Franz Gaberle, der im Jahre 1845 die mechanische Spinnerei in Schatzlar errichtete (bis zu dieser Zeit widmete er sich dem Kohleabbau in Schatzlaer Bergwerken). Weiter Alois Haase, ursprünglich Händler mit Flachs- und Baumwollerzeugnissen, der im Jahr 1874 eine Flachsspinnerei in Parschnitz bei Trautenau mit ca, 4.200 Spindeln und eine weitere in Niederaltstadt gründete.
Die Errichtung neuer Fabriken, die wirtschaftlich erfolgreich waren, inspirierten ihn soweit, dass er entschied, eine eigene Fabrik zu errichten. Hierzu benötigte er jedoch ein durchaus bedeutendes Kapital. Dieses konnte er aus eigenen und - Fremdmitteln zu beschaffen.
• Das Eigenkapital beschaffte er aus dem Einkauf des Maschinengarns für italienische Märkte.
• Das Fremdkapital beschaffte er dank seines Schwagers Josef Etrich, den er zum Miteigentümer machte.
Die beiden Schwager gründeten im Jahr 1950 die Gesellschaft „Kluge und Etrich“, deren Ziel die Errichtung einer eigenen maschinellen Flachsspinnerei nach dem Muster der bereits bestehende Spinnereien in der Umgebung war.
ODie beiden Gesellschafter mussten zunächst ein geeignetes Gelände für den Bau der großflächigen Spinnerei beschaffen. Dieses fanden sie schließlich im unteren Ortsteil der Ober Altstadt. Hier erwarben Sie vom Müller Hofmann die sog. „Untere Mühle“ mit angrenzenden Grundstücken und dem Wasserrecht am linken Ufer der Oppa. Laut der Chronik von Ober Altstadt wurde diese Ortschaft auch deswegen bevorzugt, da hier bereits im Jahre 1870 ein Postamt errichtet wurde, das zu Beginn der 80.-er Jahre des 19. Jahrhunderts um eine Telegrafenstation erweitert wurde und kurz darauf stand ein Telefon zur Verfügung. Das Postamt bot dem Betrieb sicher zahlreiche Vorteile, die in z. B. auf der schnellen Nachrichtenübermittlung mit den Partnern und Lieferanten beruhten.
Der eigentliche Bau der Spinnerei begann im Jahr 1851 und es ist nahezu unglaublich, dass sie bereits im folgenden Jahr 1852 in Betrieb genommen wurde. Im ersten Jahr verfügte die Spinnerei über 1.200 Spindeln englischer Herkunft und sie wurde mit ebenfalls englischen Dampfmaschinen angetrieben. Im Jahre 1858 erhöhte sich die Anzahl der Spindeln bereits auf 6.000 Stück.
Bis in das Jahr 1860 erhöhte sich die Anzahl der Spindeln von der Inbetriebnahme der Spinnerei um das achtfache auf 10.300 Stück. Im Jahr 1856 erzeugte die Spinnerei 6.700 Schock Garn. Beschäftigt waren 73 Männer, 132 Frauen und 84 Kinder.
Laut der Chronik von Ober Altstadt hatte die gesamte Gemeinde, im Jahr der Inbetriebnahme der ersten, später Etrich´schen Flachsspinnerei 110 Häuser und 800 Einwohner. Das heißt, bereits im ersten Jahr ihres Betriebs beschäftigte die Spinnerei 36 % der Gemeindebevölkerung.
Beide Eigentümer wollten, dass die Leitung des Familienunternehmens, das ständig in weitere Regionen des Landes expandierte, ihre Söhne übernehmen sollten. In der Spinnerei in der Ober Altstadt arbeiteten daher auch der erstgeborene Sohn Johann Adam und seine Cousins Ignaz und Johann Etrich.
Johann Etrich leitete mit seinem Vater zusammen das gesamte Unternehmen. Im Jahr 1854 kaufte ihm sein Vater eine Mühle in Trautenau.
Josef Etrich leitete auch eine weitere Mühle in Familienbesitz, die sog.Hubrikovský Mühle v Jaroměři am Flusslauf der Elbe, die für ihn sein Vater bereits im Jahr 1848 erwarb. Auch diese Mühle wurde später in Zusammenhang mit dem Anwachsen der Leinenindustrie in eine mechanische Flachsspinnerei umgebaut. Die Kapazität bestand aus 3.000 Spindeln und die Spinnerei wurde zunächst nur mit Wasserkraft angetrieben. Später wurden zusätzlich Dampfmaschinen angeschafft. Zu dieser Zeit verfügte die Spinnerei bereits über 9.600 Spindeln.
Erfahrungen aus England brachte insbesondere der dritte Sohn des Josef Etrich, Ignaz, mit, der von seinem Vater für 1 ½ Jahre nach England zur Firma Newton entsandt wurde, um eine dort eine Fachausbildung zu absolvieren. In der Firma arbeitete er als Schlosser und Gießer. Aufgrund dieser Stellung kam er auch in große moderne englische Flachsspinnereien und er konnte sich mit dem Bau neuer Spinnereimaschinen, welche die Firma nach Trautenau lieferte, vertraut machen. Sofort nach seiner Rückkehr aus dem Ausland begann seine neu erworbenen Erfahrungen umzusetzen, nun als technischer Direktor. Gemeinsam mit seinem Bruder Johann Kluge war er auch für den Flachsankauf und das damit zusammenhängende Rechnungswesen verantwortlich.
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